PJ Harvey

22.August 2006

Auch wenn sie hierzulande wohl noch nicht ganz so populär (aber doch schon ein wenig) ist, Sängerin Polly Jean Harvey ist schon seit Anfang der 90er aktiv und hat eigentlich schon weltweit Ruhm & Lobeshymnen geerntet. Als was genau man ihre Musik bezeichnen kann, überlass ich wie immer den Genre-Spezialisten da draussen, für mich bleibts ne recht wirksame Mischung aus wunderschönen Melodien und rauhen Rock. Von mir aus Alt. Rock. Neulich, in einem unscheinbaren Amsterdamer Café, wurde ich doch glatt darauf aufmerksam gemacht, dass die Yeah! Yeah! Yeahs! PJ Harvey nicht ganz unähnlich sind. Weitere Ähnlichkeiten zu Musikgruppen wie Pearl Jam oder Radiohead (Im Jahr 2000 nahm Polly doch auch glatt ein Duett mit Thom Yorke auf) lassen sich auch entdecken. Pollys Texte kommen nicht unbedingt immer auf den Punkt, sondern lassen sich auf eine Vielzahl von Varianten interpretieren. Müsste man grob ein Oberthema für ihre Texte abstecken, so sind es wohl Schlagwörter wie Lebenshunger, Verzweiflung, Sex, Liebe & Begierde, die dafür am Besten geeignet wären. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Über die Person Polly ist eher weniger bekannt. Geboren wurde sie anscheinend am 9.Oktober 1969 in einer englischen Grafschaft in Yeovil. Ihre Eltern waren Hippies, bei ihrer Mutter studierte sie eine Weile lang Bidhauerei. Noch vor der Veröffentlichung ihres ersten Albums Dry (1992), hatte sie wohl eine intensive Beziehung mit Sänger Nick Cave, die sich aber irgendwann nach '96 auflöste, worunter besonders Polly (oder Beide?) schwer zu leiden hatte. Wurde zumindest hier und da so ausgesagt. Ein pikantes Detail: Ausgerechnet am 11. September 2001 erhält Polly den Mercury Music Prize. Darüber konnte sie sich verständlicherweise garnicht freuen, was sie auch deutlich zum Ausdruck brachte ("I can geniunely say I'm absolutely shocked"). Ansonsten macht sie sich ziemlich rar, was Live-Auftritte bzw. Gastauftritte angeht. Richtige Touren sind höchst unwahrscheinlich, kündigte sie am 17.Dezember 2002 auf einem Pariser Auftritt doch mit folgenden Worten "This is the last show I will ever play" ihren Rückzug von der Livefront an.

Kleine Discographie

1992 - Dry
1993 - Rid Of Me
1995 - To Bring You My Love
1998 - Is This Desire?
2000 - Stories From The City, Stories From The Sea
2006 - On Tour: Please Leave Quietly (ihr Abschiedswerk?)

Ich persönlich steh jedenfalls total auf PJ Harvey. Egal ob nun 'Halb-Instrumental' Werke wie The Wind, kurze & rasante Stücke wie Kamikaze oder melancholische Balladen á la The Pocket Knife, jedes Stück hat seinen eigenen Charme und jedes Stück ist es auch wert angehört zu werden. So z.B. auch das Stück A Perfect Day, Elise, in dem es heißt:

...He got burned by the sun
He's a lucky man
His face so pale and his hands so worn
And the sky
Let himself in room five none nine
As she turned away
Said a prayer, pulled the trigger and cried
Tell me why...

Um mal ein Textbeispiel zu geben, was mir recht gut gefällt. In jedem Fall: Hört rein Leute, es lohnt sich. Dannach am Besten gleich die Platten kaufen, denn für Qualität zahlt man auch mal. Noch ein paar Hörtipps: Rid Of Me; Dress; Sheela-Na-Gig, The Sky Lit Up, Water, The Garden, Big Exit, Shame und viele mehr. I love you Polly :wuha:!

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