Archiv für: August 2007

LebensWeGe

21.August 2007

reggae? auf deutsch? manche mögen bei dieser verbindung nur den kopf schütteln, aber den mix aus reggae, ska und dancehall, den die WG auf die bühne und auch auf die cd bringt, kann niemand bezüglich seiner qualität anzweifeln.

die siebenköpfige, weitesgehend unbekannte band aus bonn beweist eindrucksvoll, dass deutscher reggae und dancehall mehr zu bieten haben als oberflächliche texte und recycelte riddims. etwa auf ihrer 2006'er platte Babylon Taxi, wo sich neben gechillten reggae-stücken mitreissende dancehall-tracks finden lassen, allesamt nicht von ska unbeeinflusst und natürlich mit lyrics, über die sich durchaus längere zeit nachdenken lässt.

diese mischung der verschiedenen elemente brachte die seit 2002 existierenden band auch unter die besten 20 beim john lennon talent award. ab da ging es mit der bekanntschaft der gruppe aufwärts. den german reggae award konnten sie schliesslich im letzen jahr entgegennehmen. trotz dieser erfolge bleibt die band bodenständig und bringt neben partyliedern 'weltverbesserer-reggae'. vielleicht ist es ja genau diese mischung, die mich anspricht.

-K

devildriver - before the hangman's noose

14.August 2007

devildriver - the fury of our makers handursprünglich deathride genannt, machen devildriver mit bradley 'dez' fafara am mikrophon alles nieder, was sich ihnen in die wege stellt. während man die musik keinem genre richtig zuordnen kann ['death metal' würde imho am ehesten passen], kümmert das die kalifornier wenig. sicher, so einfallsreich sind sie vom musikalischen her nicht [trotzdem immer noch besser als z.b. lamb of god], aber darum geht es ja gar nicht. was diese band vorzüglich und zu meiner vollsten zufriedenheit 'rüberbringen kann, ist reine aggression. daher ist jedesmal, nachdem ich diesen track gehört habe, mein geist vollkommen ruhig und gechillt. geht nicht anders. alle gedanken, die mit wut und zerstörung zu tun hatten, wurden nämlich beim zur-musik-gegen-die-wand-moshen genügend verarbeitet.

zur aggressionsbewältigung sehr zu empfehlen :D

it's a good day to fuckin' die
a good day... a fucking good day

truth be told, the water looks cold
and the trees fly by as we drive
the sun goes down
sometimes i wanna stay
sometimes i wanna leave
sometimes i gotta ride
riding this rail i know what i'm on
but not now what i'm in for
this train to nowhere seems to never end
as far as i can tell... hell

before all hell breaks loose
before the hangman's noose
and as the sun goes down
i'll say
it's a good day to die, a good day to die

no more stops, time to punch your ticket
this time this ride is one way
i can see a shadow of a man
and man it's coming my way
riding this rail, i know what i'm on
but not now what i'm in for
this train to nowhere seems to never end
as far as i can tell... hell

before all hell breaks loose
before the hangman's noose
and as the sun goes down
i'll say
it's a good day to die, a good day to die

-K

nocte obducta - 4% zugehörigkeitsgefühl zur black metal-szene

8.August 2007

es ist so schwer, einen ersten post zu schreiben... an sich ist der prozess einfach und verständlich, aber die last des würdigen anfangs und welches lied man für die nähere beschreibung auswählt, ist doch schon spürbar ;)

nundenn, ich werde somit diesen hübschen musikblog neu aufleben lassen und über ein lied einer band schreiben, die es leider nicht mehr in ihrer ursprünglichen form gibt - nocte obducta. genauer, vorbei von ihrem 2003er album stille (das nagende schweigen). dieses lied enhält nicht nur die hochwertige lyrische qualität, die man von nocte obducta gewohnt war, es ist zudem noch mein lieblingslied dieser band und enthält die beiden wundervollsten zeilen des gesamten albums. but let's put first things first.

nocte obducta wurden 1995 in mainz gegründet. sie veröffentlichten 1998 das demotape "doch lächeln die blutleeren lippen/ begräbnisvermählung" und wurden daraufhin von gsm unter vertrag genommen. während sie auf ihren ersten veröffentlichungen hauptsächlich black metal spielten, nahmen auf den späteren platten avantgardistische und progressive, wie auch death metal-einflüsse immer mehr zu. schliesslich trennten sie sich 2006, weil ihre musikalische entwicklung bei fans auf wenig gegenliebe stiess.

vorbei startet relativ ruhig und unmetallisch, um erst etwas später die wahre natur preiszugeben. ein grossartiger melodieteil folgt, ehe torsten mit dem text loslegt:

wo im wald an starken bäumen schaukeln schwangen, kinder lachten/
baumeln zeugen der verzweiflung, rauhe stricke, kalte leichen/
wo ich manches mal im park das leben liebte, trieben träge/
die kadaver toter enten auf den stinkend seichten teichen/

wo sind die schätze, die wir fanden?/
wo sind die stunden, die verschwanden?/ [...]

es ist immer wieder verblüffend, festzustellen, mit welcher inbrunst der unhold diese zeilen vorträgt. obwohl der text von manchen als "typisch black metal" abgestempelt wird, hat er doch eine bei deutschen [und auch ausländischen] bands nicht oft vorhandene lyrische tiefe. nicht zuletzt ist das auch der grund meiner nocte obducta - lobpreisung.

nach härteren riffs folgen ruhige passagen, denen durch den bass etwas dahindümpelndes verliehen wird, ehe die ruhe durch den einsetzenden höhepunkt des ganzen liedes unterbrochen wird, die von mir schon beschriebenen beiden zeilen

halb erfror'ne fremde haben letzte nacht im kargen park/
den statuen die kleider grob und ungeschickt vom leib geschlagen/ [...]

die nachfolgenden zwei strophen unterscheiden sich in ihrer struktur vom rest des textes und bilden einen gelungenen abschluss des zu überbringenden gedankens. das fast acht minuten lange lied endet mit einem atmosphärischen keyboard-solo, wobei der rest der instrumente langsam ausklingt... geniale musik.

umso trauriger, dass diese exzeptionelle band aufgehört hat. es gibt aber ein nachfolgeprojekt namens "dinner auf uranos".

link: www.nocte-obducta.de

-K