profundis tenebrarum - hate decade

16.January 2008

profundis tenebrarum - hate decade (demo compilation)
traumatic soul coronation [2001]
1. traumatic soul coronation
2. from pandemonium
3. sorrowful moon (part I)
4. sorrowful moon (part II)
abhorrent christendom [2001]
5. eternal fields of wandering
6. deus non est
7. abhorrent christendom
dark & eternal [1999]
8. keep the ancient spirit alive
9. dark & eternal

es erschien heute zu meiner zufriedenheit der postbote und brachte einen netten gefütterten umschlag, in dem eine böse-böse black metal cd enthalten war. soviel zur vorgeschichte.

da ich normalerweise keinen black metal höre, sondern mich eher für death metal begeistere [ausnahmen sind melodic black metal bands wie catamenia, dark fortress, artefact, hecate enthroned, etc. und meine geliebten nocte obducta; wer genaueres wissen will: mein last.fm dings] kann ich keinem garantie geben, dass ich das album richtig einschätze, aber das ist mir sowieso egal, da es kein richtig gibt, sondern nur meine eindrücke.

profundis tenebrarum. black christraping metal aus spanien. hätte keiner gedacht, wie? der sound kann in etwa an darkthrone und vielleicht auch immortal angelehnt werden, allerdings sind profundis tenebrarum, selbst für mich erkennbar, keine billige darkthrone-kopie - zuviel nur subtil ersichtliches musikalisches gedankengut steckt in dem album und auf eigenständigkeit wird durchaus wert gelegt.

schon beim ersten track geht's zur sache - blastbeat und riffing schaffen blutende ohren, ehe in einem keyboard-zwischenspiel ätherisch harmonie gebracht wird. generell fällt die band, aus dave komando [drums] und nocturn [rest] bestehend, positiv dadurch auf, dass sie es schafft, atmosphäre mit ruhig-dissonanten cleanen arpeggios und keyboards zu schaffen, ohne diese überzustrapazieren. der klangteppich des keyboards wird, wenn überhaupt, gemässigt und unklischeehaft eingesetzt und das kommt der atmosphäre das albums zugute.

ebenfalls gefallen mir nocturns gitarrenarbeit [vom bass erahnt man ab und zu 'was] und das superbe kreischen. dave komando's polterndes schlagzeugspiel hätte ich persönlich anders gemastert haben wollen [remember: death metaller writin' this], aber es wirkt auch auf mich durchdacht eingesetzt.

natürlich herrscht im hintergrund ein dezentes rauschen, wie man es von einer trve kvlt black metal-aufnahme erwarten kann - übertrieben wurde es aber nicht. trve und kvlt auch die auflage des albums - nur 500 stück gibt's, eines davon gehört mir :D

durch das ganze album bemerkbar ist die tatsache, dass die tracks alle sehr abwechslungsreich gehalten sind. kaum ist der gedanke da, nocturn habe sich auf einem riff festgefahren, schon schlägt das lied in einer vollkommen unvorhersehbaren art um - nicht übel, muss ich zugeben.

auch wenn das material von drei alben kommt, und der sound der einzelnen tracks sich unterscheidet, wirkt hate decade dennoch wie ein geschlossenes werk. einzig die becken auf den stücken von abhorrent christendom machen meiner ansicht nach zu viel druck - auf dauer wird das anstrengend. zudem klingen die stücke rauher als die von traumatic soul coronation - die nordischen einflüsse kommen da sehr deutlich zur geltung.

die riffs auf dem werk sind überragend. frisch, dunkel und kalt schallen sie aus der anlage, keine spur von imitation oder gar plagiarismus.

dagegen kommen die tracks von dark & eternal genau so 'rüber, wie der name 's schon andeutet - das ist keine atmosphäre mehr, das ist eine ganz eigene klangwelt. ich für meinen teil habe da assoziationen zu verwehten schneelandschaften im hohen norden, auch wenn die beiden jungs aus spanien kommen.

mein lieblingstrack ist am ehesten keep the ancient spirit alive, besonders wegen dem schluss des tracks.

böse, disharmonische riffs, die von melodischen gitarrenparts unterbrochen werden, aetherisch anmutende keyboards, blastbeats und wenig bass bilden diesen dunklen, nordisch beeinflussten black metal, der doch mit diesen worten nicht genau beschrieben wird.

schade, dass es mir so schwer fällt, raw black metal zu hören. ich hätte dieses album dann zweifelsohne noch etwas mehr genossen.

bewertung: 8/10 punkten

-K

Lalala, King Kong, lalala

25.November 2006

Shanadoo ist der wohl billigste Versuch, auf dem derzeit ziemlich gut laufenden Japan-Hype mitzufahren - mit einem echten Duplikat falschen Fuffziger seltsamen Gebilde einer J-Popband. Mal eben ein bisschen bereits bestehenden Popsound druntermischen, japanischen Wörter - versteht eh keiner - mit rein und schon... haben wir den Kultsound aus Japan! Leider aber nicht aus Japan. Aber hey, das Geld fließt? :D

Und die Bandmitglieder sind Japan. Was will man da mehr XD

Bis auf Marina arbeiteten sie in ihrer Heimat als Band Vivace zusammen. Diese Formation wurde ausschließlich für Promotionzwecke gegründet, veröffentlichte je einen Song auf insgesamt drei Compilations, blieb ansonsten aber erfolglos. Singles oder Alben wurden nicht veröffentlicht. Um Karriere in Europa zu machen, wurde Marina als neue Leadsängerin gewonnen. Mit Hilfe des deutschen Produzenten David Brandes wurde der Song King Kong, im Original von dem Eurodance-Projekt E-Rotic aus dem Jahr 2001, neu aufgelegt

Man kann ja inzwischen wirklich alles zu irgendwie ein bisschen was erfolgreichem zusammenfriemeln. Schade eigentlich.
Scheiße, ich schäme mich heute noch dafür, dass ich E-Rotic gehört habe. Aber ich war jung und... ach verdammt, grad darum hätte ich die Texte ja schon gar nicht hören sollen. Seltsam, dass meine Eltern das einfach durchgehen ließen. Aber wird wohl wie in dieser Werbung gewesen sein - was man nicht versteht, kann ja nicht so schlimm sein.

Aber jetzt kommen sicher wieder die Einsprüche, ich wäre nur neidisch, wie bei Tokio Hotel und so, die man ja auch gerne kritisiert... Ja klar, ich bin immer neidisch. Auf die ganz dolle Musi, die da gemacht wird, einfach nur Qualität. Nein wirklich, die können doch wirklich super Musik machen und so :D

Ich mein, noch nicht einmal richtig laufen gelernt und schon ganz alleine Musik machen, das ist doch wirklich eine Leistung. Da haben sogar Shanadoo einen Punkt weniger auf der Hype-Skala!

Also ganz ehrlich, ich hab euch alle wirklich lieb. Solange ihr uns nichts tut und nur auf MTV und VIVA bleibt ist mir das egal. Das hört man sowieso nicht mehr freiwillig. Selbstverstümmelung ist unschön :)

In den nächsten Tagen gibt's hier dann wieder gute Musik.

blehmusikpopshanadoo

Loituma-Hype

4.September 2006

Es gibt das Original, das ganz fein ist, aber nicht unbedingt gefallen muss. Auf jeden Fall aber eine schöne finnische Sache. 1989 als Jäykkä Leipä gegründet, hat Loituma durchaus Fans, und das Lied "Ievan Polkka" ist inzwischen eigentlich überall bekannt. Besonders durch eine Sache.
Das Original in einem Dauerloop verarbeitet als Flash, mit der aus Bleach bekannten Inoue Orihime. Ging eigentlich inzwischen überall mindestens einmal durch das Internet und zurück. Danach kamen viele weitere Dauerloop-Flashes. Aber das eine ist das Original vom Original, sozusagen. Nachdem sich so ein Hype um das Ganze aufgemacht hat, fanden auch Klingelton-Vermarkter gefallen daran.
Es kam die Fälschung, die billige. Klingt sehr nach Dauerwiederhol-Dieter. Die Musik. Plump und unnütz, aber mit sowas lässt sich Geld machen. Also singt jetzt ein Esel das Lied mit Technountermalung und bescherrt Jamba weitere Millionen. Vermutlich. Ein weiteres Machtwerk nach den ganzen Fröschen, Kaffeetassen etcpp.

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Der Preis der Musikindustrie

1.September 2006

Dies wird jetzt ein Beitrag so richtig in Stammtisch-Manier. Eine Behauptung, ein bisschen klugscheißerei und weiter nichts... ob der Richtigkeit müsst ihr euch selbst mal Gedanken machen. Tja, so schauts aus.

Die Musikindustrie beschwert sich schon seit ewig und drei Tagen darüber, dass sie immer weniger Umsatz macht, die Gewinne schrumpfen und es geht ihr ja allgemein sehr schlecht. Alles bekannt, klar. Jetzt aber mal die Überlegung - um diesem Trend entgegenzuwirken steigen die Preise immer mehr. Es wird mit fragwürdigen Strategien - wie z.B. verstümmelten Alben zu "kleineren" Preisen - auf Kundenfang gegangen. Doch dieser weg kann nicht der richtige weg sein - zumindest nicht, wenn man seine Gewinne retten will, wieder mehr Umsatz machen will. Wobei diese Denke sowieso nie stattfinden dürfte. Denn die Vermarkter sollten erst an die Künstler und deren Vergütung denken, danach an die eigene - immerhin immernoch gut gefüllte - Tasche. Aber das ist ein anderes Thema, ein trauriges noch dazu.
Nun, warum ist das die falsche Herangehensweise der MI? Eigentlich ein einfaches Gedankenspiel. Je höher der Preis steigt, desto weniger ist der gemeine Bürger gewillt, sich diesen Luxus der Musik zu leisten. Wahre Fans kaufen zwar immer gerne, aber das Geld wächst immernoch nicht auf Bäumen und ist somit immer irgendwo einer Grenze unterworfen. Somit bleibt bei zu hohen Preisen irgendwann das ein oder andere Album auf der Strecke, da andere Dinge - oder von mir aus andere Alben - eine höhere Priorität haben. Hätte man sich vor langer Zeit alle Alben kaufen können, wird jetzt um jeden Cent gekämpft. Leidtragende sind immer zuerst Luxusartikel. Und dazu kann man Musik durchaus zählen - denn auch ohne Musik kann ein Mensch irgendwie (über)leben.

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Wir haben bezahlt - Kampagne gegen DRM und hohe Preise für Musik

25.Juli 2006

Wir sind die Kundengulli.com hat heute die Kampagne Wir haben bezahlt gestartet. Günstige Online-Musikangebote, die Abschaffung der sinnfreien Kopierschutzmechanismen - die nebenbei auch nutzlos sind - und außerdem überall lauffähige Musikdateien... das hat sich die Kampagne auf die Fahnen geschrieben. Man kann sich als Konsument eigentlich nur wünschen, dass die Kampagne endlich auf mehr als nur taube Ohren bei der Industrie stößt. Sie muss nur genug unangenehm werden, dann kann es schon klappen.

Seit Jahren klagt die Musikindustrie über sinkende Umsätze, kriminelle Kopierer und ausbleibende Kundschaft. Mit immer höheren Abgaben und immer schärferen Gesetzen geht sie gegen uns vor und wundert sich anschließend, dass die Kassen nicht klingeln. Es reicht jetzt!

Das muss sich ändern:

  • Online Musik muss billiger werden!
    Ein Album kostet online soviel wie eine CD im Laden, für das gleiche Geld kriegt man ein schlechteres Produkt. Keine Preissenkung, keine Käufer.
  • Digitale Musik muss überall laufen!
    Wir wollen, dass jeder Song aus jedem Shop in jedem Player und auf jedem Rechner läuft. Das notwendige Format existiert bereits und heißt mp3.
  • Kopierschutz muss abgeschafft werden!
    Beendet die Kundenkriminalisierung. Kopierer sind Käufer, Kopien sind Werbung.

Und um für die Industrie unangenehm zu werden, kann man die Kampagne auch unterstützen - einfach hier bei der Petition unterschreiben.

Globalisierung, Piraterie und der Kunde an sich

29.Mai 2006

Seltsam, für die Industrie ist Globalisierung vollkommen in Ordnung, voll dufte und es geht so immer irgendwie noch billiger, als zuvor. Der Kunde selbst, für den ist Globalisierung aber ganz dolle bös. Regionalcodes verbieten es uns - natürlich nicht wirklich effektiv - DVDs aus Übersee zu importieren und im heimischen DVD-Player anzusehen, weil vielleicht besser, billiger, originaler etc. AllofMP3 darf man nicht nutzen, weil das illegal sein muss, also laut Musikindustrie - es ist ja auch viel zu billig und so, und es kommt aus Russland.
Aber nein, die Globalisierung für die Industrie selbst ist voll in Ordnung, da ist nichts illegales. Wir machen so billig wie möglich, ihr kauft so teuer wie nötig ein - das ist der Deal. Ein sehr fragwürdiger, der sich auch und besonders bei der Urheberrechtsdebatte der Musik- und Filmindustrie immer spürbarer ausdehnt... Und wenn dann die Gewinne wieder mal einknicken, dann waren es die bösen Piraten aus der P2P-Szene - oder eben dem bösen russischen Musikshop da drüben. Man kann es ja so einfach haben, wenn man die Musikindustrie ist.

Denkt mal darüber nach.

PS. AllofMP3 zahlt laut eigenen (und nach einigen Berichten deutscher Medien) Angaben Abgaben an das russischen ROMS (ähnlich der GEMA). Und man wollte auch mit ausländischen Verwertungsgesellschaften in Einkunft kommen, die GEMA darf aber - wollen sicher auch - nicht... schön, Globalisierung halt. Eben nur da, wo es einem passt.

Hinweis: Keine allgemeine Kritik an Verwertungsgesellschaften wie der GEMA oder ähnlichem. Aber was solls, only my 2 cent ;)